Ich schreibe solche Briefe nie. Aber seit der Hochzeit meiner Nichte hat mich mehr als eine Freundin gefragt, was da mit mir passiert ist. Und die ehrliche Antwort ist größer, als ich dachte. Deshalb schreibe ich sie auf.
Es beginnt mit einem Foto. Ich bin sieben, trage ein Sonntagskleid mit Rüschenkragen und glänzende Lackschuhe mit Riemen. Und ich stehe auf den Füßen meines Vaters. Er hat mich damals so durchs Wohnzimmer getanzt, jeden Samstagabend, zu den Liedern aus dem Radio. „Halt dich fest, mein Mädchen“, sagte er. Ich habe mich nie sicherer gefühlt.
Dann wurde ich erwachsen. Es kamen die Pumps fürs Büro, die Ballerinas für alles andere, und fast vierzig Jahre lang die Überzeugung, dass ein eleganter Schuh zwangsläufig wehtun muss. Getanzt habe ich in dieser Zeit kaum noch. Meinem Mann Peter habe ich irgendwann nur noch gesagt: „Geh du, meine Füße.“
Man gibt nicht auf einmal auf. Man gibt jedes Jahr ein kleines bisschen mehr auf, und irgendwann sagt man „meine Füße“, wenn man eigentlich „ich möchte“ meint.
Ich hatte mir für den Anlass extra ein schönes Paar gekauft. Nach einer Stunde Trauung dachte ich nur noch an eines: mich hinzusetzen und sie unter dem Tisch auszuziehen. Mein Fuß rutschte bei jedem Schritt nach vorn, und die Schuhe gaben mir überhaupt keinen Halt.
Dann spielte die Band. Peter stand auf, hielt mir die Hand hin und sagte nichts. Er hat nie etwas gesagt, in all den Jahren. Er hat einfach jedes Mal gefragt, mit den Augen.
Ich habe den Kopf geschüttelt. Und ich habe gesehen, wie er die Hand langsam wieder sinken ließ. Dieser Moment hat mir mehr wehgetan als jeder Schuh.
Monika, meine älteste Freundin, saß neben mir. Sie hat nichts gesagt, nur auf ihre Füße gedeutet. Eine ganz schlichte Mary Jane mit Riemen, die sie seit dem Morgen trug, ohne ein einziges Mal darauf zu achten. „Mattea, von Mila Haus“, flüsterte sie. „Ich habe sie in Braun und in Schwarz. Du erinnerst dich, was du mit sieben getragen hast?“
Ich habe sie noch am selben Abend bestellt. Mit Tränen in den Augen, ehrlich gesagt, noch bevor das Dessert kam.
Weil ich mich nicht entscheiden konnte, und weil es bei zwei Artikeln automatisch 10 % Rabatt im Warenkorb gibt. Ich musste nichts tun.
Das erste Paar war klar: die Mattea in Braun, für Jeans, Spaziergänge und den Alltag. Das zweite habe ich in der Kollektion gefunden: die Freya in Bordeaux. Sie hat einen kleinen Absatz, „nur wenige Zentimeter hoch, breit und standfest“, wie es auf der Seite heißt. Das Paar für Kleider und festliche Anlässe, bei denen ich früher Pumps getragen und gelitten habe. Und für einen ganz bestimmten Abend.
Dann kam das Paket mit den beiden Schuhkartons.

Mattea in Braun und Freya in Bordeaux, nebeneinander.

Die Freya in Bordeaux, an einem Abend mit Kleid.
Drei Wochen später war unser vierzigster Hochzeitstag. Peter hatte einen Tisch in unserem alten Lieblingslokal reserviert, und ich habe die Freya zum schwarzen Kleid angezogen. Ich war nervös wie ein junges Mädchen.
Dann spielte der Pianist „unser“ Lied. Peter stand auf und hielt mir die Hand hin, wie bei der Hochzeit, ohne ein Wort. Diesmal habe ich sie genommen.
Wir haben getanzt. Nicht gut, nicht lang, aber wir haben getanzt. Ich habe an den kleinen Absatz nicht einmal gedacht, nur an Peters Hand und an meinen Vater, an die Lackschuhe, an „Halt dich fest“.
Als die Musik aufhörte, sah er mich an und sagte leise: „Du tanzt wieder.“ Mehr nicht. Ich musste mich kurz an seiner Schulter festhalten.
| Meine alten Schuhe | Mattea und Freya |
|---|---|
| Kein Riemen, der Fuß rutscht | Ein Riemen, der Halt gibt |
| Harte Innensohle, gequetschte Zehen | Gepolsterte Einlegesohle, die die Schritte dämpft |
| Sohle, die auf Fliesen rutscht | Rutschfeste, langlebige Sohle (Mattea) |
| Hoher, wackeliger Absatz | Nur wenige Zentimeter, breit und standfest (Freya) |
| Nur für große Anlässe | Elegant, und doch für den ganzen Tag gemacht |

Meine Mattea in Braun. Seit dem Abend ziehe ich sie kaum noch aus.
Ich will ehrlich sein: Als ich den Preis sah, habe ich zuerst den Haken gesucht. Aber Mila Haus geht nach 28 Jahren in den Ruhestand und verkauft die letzten Produkte mit hohen Rabatten.
Die Mattea kostet im Moment CHF 64.95 statt CHF 163.00, die Freya CHF 64.95 statt CHF 163.00. Dazu kommen automatische Rabatte nach Menge: 10 % bei zwei Artikeln, 15 % bei drei, 20 % bei vier und 25 % ab fünf. Deshalb habe ich beide genommen.
Diese Kollektion wird eingestellt und nicht mehr nachproduziert, der Bestand ist begrenzt. Der Versand in die Schweiz, nach Deutschland und nach Österreich ist kostenlos, und Sie haben 30 Tage Zeit für die Rückgabe.
Wenn Sie, wie ich, irgendwann geglaubt haben, ein eleganter Schuh müsse zwangsläufig wehtun, schauen Sie sich diese an, bevor Sie aufgeben. Es sind nur Schuhe. Aber am Abend eines langen Tages zählt das enorm.
Und weil die Kollektion ausläuft, sind manche Größen und Farben schnell weg. Warten Sie nicht auf den Abend, an dem Sie wieder nicht tanzen können.
Mit sieben stand ich auf den Füßen meines Vaters. Mit einundsechzig stehe ich wieder auf meinen eigenen, und ich tanze.

